Urlaub – ja! Aber nicht ohne meinen Hund!

Urlaub mit Hund

Mit dem Hund in den Urlaub

Wohin mit dem Haustier im Urlaub? Nicht jeder vertraut Tierpensionen, Freunden oder Verwandten die Tiere an. Stattdessen entscheiden immer mehr Besitzer, ihre Haustiere mit auf Reisen zu nehmen.

„Und deswegen kommen die auch mit“, sagt Yvonne Ettl aus Taufkirchen an der Pram. Die Tierliebhaberin wählt ihre Urlaubsziele sogar danach aus, ob sie ihre vierbeinigen Freunde mitnehmen kann. „Das Schlimmste, was ich mir vorstellen kann, ist ein Urlaub ohne meine Hunde.“

Knapp 30 Millionen Haustiere leben nach einer Schätzung des Zentralverbandes Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) in deutschen Haushalten. Die Rangliste wird von den Katzen mit 12,3 Millionen Tieren angeführt. Die Anzahl der Hunde wird auf 7,4 Millionen geschätzt. Immer mehr von ihnen gehen mit ihren Besitzern auf Reisen. Einer Analyse des Online-Reiseportals E-domizil zufolge reisen 28 Prozent derjenigen, die über das Portal eine Ferienwohnung für den Sommerurlaub 2014 gebucht haben, in Begleitung ihres Haustiers − 97 Prozent davon sind übrigens Hunde, was Nicole Brühl vom Bayerischen Tierschutzbund für richtig hält. „Kleintiere wie Kaninchen vertragen Ortswechsel gar nicht gut, da sie ängstlich sind. Bei Katzen hat man zusätzlich das Problem, dass diese schwer wiederzufinden sind, wenn sie entlaufen.“

Vorsicht beim Haustier-Transport

Dieses Risiko ist bei Hunden geringer, doch vor allem beim Transport sollte Vorsicht geboten sein. „Grundsätzlich sollte man darauf achten, dass das Tier bei der Reise nicht gestresst wird. Vor allem Flüge verträgt der eine Hund besser, der andere weniger. Auch das Klima des Reiseziels spielt eine Rolle“, sagt Nicole Brühl. Denn mit wärmeren Temperaturen komme nicht jeder Vierbeiner klar. „Das Allerwichtigste ist aber, dass der Hund gechippt und registriert wird, damit er identifiziert werden kann, wenn er entläuft. Das gilt aber nicht nur für den Urlaub mit Hund, sondern grundsätzlich“, sagt die Tierschützerin.

Solang der Urlaub im innerdeutschen Raum verbracht wird, sind keine formellen Vorkehrungen nötig. „Aber für Reisen ins Ausland benötigt ein Hund den EU-Heimtierpass, in dem sowohl die Gültigkeit der Tollwutimpfung als auch die Kennzeichnung des Hundes auf dem Chip eingetragen sind“, erklärt Astrid Behr vom Bundesverband praktizierender Tierärzte. Für eine Einreise nach Großbritannien, Irland, Malta und Finnland müssen die Tiere zum Beispiel zudem kurz vor der Reise gegen Bandwürmer behandelt werden. Grundsätzlich sollte sich der Tierhalter daher rechtzeitig vor der Abreise beim Tierarzt erkundigen, auch wegen der Zusammenstellung einer Reiseapotheke. Aber nicht nur medizinisch, sondern auch rechtlich ist frühzeitige Information wichtig. Bestimmte Hunderassen wie Staffordshire Terrier, Bulldoggen oder Rottweiler dürfen zum Beispiel in Spanien oder Dänemark nicht mehr einreisen, Horrorgeschichten von im Urlaubsland angeordneten Einschläferungen machen bereits die Runde.

Vor allem innerhalb Deutschlands haben sich viele Hotels bereits auf tierische Gäste spezialisiert. „Wir beobachten, dass mehr und mehr Hotels vierbeinige Gäste willkommen heißen. So reagieren die Hoteliers auf die vermehrte Nachfrage von Urlaubern, die ihr Haustier gern mit auf Reisen nehmen“, sagt Carmen Zauss vom Hotelpreisvergleichsportal Hotels Combined.

Christian Koch ist der Inhaber des Landhotel Haus Waldeck in Philippsreut-Mitterfirmiansreut im Landkreis Freyung-Grafenau und beschreibt die Entwicklung zum Hotel für Hundefreunde als langfristig. „Bei uns sind schon immer mal Gäste mit Hunden gewesen, und das ist im Laufe der Jahre intensiver geworden. Auch die Gäste haben immer mal wieder Wünsche geäußert, und so hat sich das einfach entwickelt.“ Sein Hotel bietet mit Hundeplatz, Wasserstellen und großen Wiesen nicht nur räumlich optimale Voraussetzungen. „Bei uns arbeiten nur Menschen, die mit Hunden prima umgehen können“, sagt Christian Koch, denn er weiß: „Je unruhiger das Herrchen ist, weil er merkt, dass der Hund nicht im Hotel willkommen ist, desto unruhiger ist auch der Hund.“

Campingplatz mit Hundedusche

Auch der Knaus Campingpark Viechtach (Landkreis Regen) ist auf Hunde eingestellt: In den umzäunten Stellplätzen dürfen sie ohne Leine herumlaufen, ein Agility-Parcours sowie eine Hundedusche gehören zur Ausstattung. „In Deutschland wird es immer schwerer, Campingplätze zu finden, an denen Hunde erlaubt sind“, weiß Campmanager Matthias Brandl aus eigener Erfahrung. „Hier in Viechtach haben wir viele Wanderwege und viel Platz und damit die besten Voraussetzungen für einen hundefreundlichen Campingplatz.“ Das besondere Konzept des Campingparks wurde mit dem ADAC Camping Award 2014 prämiert. „Da sind wir schon stolz drauf“, freut sich Matthias Brandl. Das Angebot wird in diesem Jahr sogar noch erweitert, die Zahl der umzäunten Stellplätze erhöht und der Agility-Parcours vergrößert. „Die Gäste mit Hund werden jedes Jahr mehr und kommen sogar schon aus Norddeutschland nur wegen der Hundefreundlichkeit zu uns“, sagt Matthias Brandl.

Weiterführende Links:

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