Welpentraum und Realität

Welpen

Welpentraum und Realität

Kaum jemand Kann dem Charme eines Welpen widerstehen. die Vorstellung darüber, was heisst, so einen Kuschelkameraden in die eigenen vier Wände zu holen, entspricht aber oft nicht den Tatsachen. Bei aller Freude und Glückseligkeit macht So ein Zauberwesen Auch Arbeit und Dreck – und Kostet Zeit, Geld und Nerven. Wer sich entschieden hat, mit einem tapsigen, neugierigen Babyhund sein Leben zu teilen, hat viele spannende Abenteuer vor sich. Im Idealfall kann er sich schon nach wenigen Wochen gar nicht mehr vorstellen, wie es denn einst ohne den knuddeligen Mitbewohner war. So ein Mini-Wauzi bereichert das Dasein ungemein – wer aber Veränderungen nicht mag oder davon ausgeht, dass sich alles in erster Linie um ihn selbst drehen sollte, dem sei dringend abgeraten. Aus den herzigen Welpen wird rasch ein erwachsenes Lebewesen mit individuellen Bedürfnissen. Immer wieder stolpern Neo-Hundehalter vorschnell in die Rolle hinein – die sie dann oft einfach nicht ausfüllen können. Daher der dringende Apell: Vorbereitung und eine realistische Einschätzung der aktuellen und mittelfristigen Lebensumstände sind ein Muss, bevor man sich ein Hundekind ins Haus holt. Eines steht fest: Ein neuer Abschnitt beginnt. Wunsch und Wirklichkeit können aber nur dann annähernd übereinstimmen, wenn man sich schon im Vorfeld schlaugemacht hat. Dann weiß man auch, dass besonders die erste Zeit sehr schön und sehr aufregend, aber auch äußerst anstrengend sein wird. Was braucht man gerade jetzt besonders? Liebevolle Konsequenz und Geduld, Geduld – und nochmals Geduld. Und viel Zeit natürlich. Der Wunsch nach einem perfekten Kuschelwesen mag am Anfang dieses großen Abenteuers gestanden sein – die Begegnung mit der Wirklichkeit kann, muss aber nicht ernüchternd sein. Die meisten liebevollen Hundemenschen würden ihren Vierbeiner um nichts in der Welt eintauschen – auch wenn der natürlich nicht perfekt ist. Aber wer ist das schon? Alles Anders, besonders wenn zum allerersten Mal ein Wuffi ins Haus kommt, stellt der erst mal die Welt seiner Zweibeiner gehörig auf den Kopf. Vorübergehend wird sich wohl alles um das kleine Zauberwesen drehen, das da mit seinen Knopfaugen jeden Tag ein Stückchen Welt erobert. Man kann das als spannende Reise sehen – oder daran verzweifeln. Wer Veränderungen hasst und eigentlich alles beim Alten belassen möchte, sollte nicht einmal daran denken, sich als Herrl oder Frauerl zu versuchen. KnuddeliGer FAmilienmittelpunKt – oder tieriSChe nerVenSäGe? Die allermeisten Zweibeiner assoziieren nur Positives mit Welpen. Und weil sie alle aussehen wie Kuscheltiere und so unendlich herzig und tapsig durch die Welt gehen, kann man ihnen oft einfach wegen gar nichts böse sein. Eines vergessen wir dabei leider: die Kleinen testen von Beginn an ihre Grenzen aus. Was von Welpenbeinen an als Regeln gilt, nehmen sie ganz selbstverständlich hin. Kurze, klare und eindeutige Kommandos und Regeln helfen dem Wurm, sich zurecht zu finden. „Die meisten Zweibeiner quatschen viel zu viel mit ihren Vierbeinern“ meint beispielsweise der renommierte Hundepsychologe Martin Rütter. Die bellenden Kameraden sind soziale und kommunikative Wesen. Sie heischen nach Aufmerksamkeit – und die kann auch negativ sein. Im Zweifelsfall lässt das Tier also lieber mit sich schimpfen, als links liegen gelassen zu werden. Ja, es gibt sie – die Teufelchen im Kuschelpelz. Allerdings kommen Welpen nicht „schwer erziehbar“ auf die Welt. Wenn sich das wedelnde Fellkind daneben benimmt, ist das sehr oft schlicht auf tierisch-menschliche Missverständnisse zurückzuführen. Gerade die ersten 12 Monate sind eine besonders aufregende Zeit. Sauberkeitserziehung und Strukturen im Alltag festigen sich, erste Schwierigkeiten und Hürden treten auf und werden bewältigt. Wie oft hat man nun doch auf einen schönen Abend oder Urlaub verzichten müssen, weil der Zwerg krank war oder sich keine Betreuung gefunden hat? Wie viele Überraschungen in Sachen Kosten und Probleme hat man erlebt, mit denen man nie gerechnet hat? Die Tierarztrechnungen etwa werden von den allermeisten Neo-Haltern unterschätzt. Auch der tägliche Aufwand ist nicht jedem im Vorfeld bewusst. Aber das liebe Vieh muss nun mal nicht nur Tag für Tag – mehrmals! bei jedem Wetter! – Gassi gehen, es will auch spielen, kuscheln, lernen, gebürstet, gepflegt und beschäftigt werden. „Der ist ja noch klein!“ argumentieren viele Unbedarfte, wenn sich der Zwerg daneben benimmt. Stimmt schon – aber blöd ist er deswegen noch lange nicht. Flugs hat das Fellknäuel heraußen, wie es seine Zweibeiner um den Finger wickeln kann. lebenSlAnG Eines darf man nicht vergessen: So ein Wauzi wird, wenn alles gutgeht, um die 15 Jahre alt. Diese Beziehung soll also weit  länger halten als die durchschnittliche Ehe. Die Weichen für ein gutes Zusammenleben werden in den ersten Monaten gestellt – dann kann man zwar noch gegensteuern, aber es ist weitaus schwieriger, als dem Kleinen von Beginn an Richtig und Falsch beizubringen. Ja, ich will! Das eben Gelesene schreckt Sie nicht ab? Sie wollen sich mit Haut und Haaren in dieses Abenteuer stürzen? Gratulation – das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Toi Toi Toi!